Die Kommerzialisierung der Nachhaltigkeit

Lebt nachhaltig – aber nicht zu sehr!

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der breiten Masse angekommen und viele versuchen Ihren Teil dazu beizutragen. Auch wenn oftmals nur in kleinem Maß. Aber immerhin ist es schon mal in den Köpfen vieler und das ist doch ein guter Anfang. Im KAUFHAUS MITTE achte ich schon von Anfang an darauf nachhaltige Produkte anzubieten. Und vor allem lokale. Hier sind die Lieferwege viel kürzer als bei Produkten, welche zwar aus recycelten Materialien hergestellt werden, aber um den halben Globus geschifft werden müssen, um bei mir anzukommen. Aber solche Produkte sind mir in jedem Fall lieber als die herkömmlichen. Auch wenn ich es nicht unbedingt förderlich finde eine Avocado in den Himmel zu loben – auch wenn diese supergesund ist – zumal diese viel Wassser (und das in Ländern die nicht so viel davon haben) benötigen und meist aus der weiten Ferne kommen.
Ein Problem, nachhaltig zu leben, ist sicherlich der Preis. Es gibt so viele kleine Labels mit guten Ideen, aber der Preis ist für den Endkonsumenten mitentscheidend, zumindest in der breiten Masse. Da es bei Drogeriemärkten und Discounter seit längerer Zeit immer mehr nachhaltige Produkte zu günstigen Preisen gibt, haben es die kleinen Labels zunehmend schwerer, sich auf diesem hart umkämpften Markt zu behaupten. Irgendwie gibt es schon so gut wie alles; echte Innovationen sind selten dabei. Nur mit richtigem Marketing kann man noch klitzekleine Marktanteile abgrasen.

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Sobald ein nachhaltiges Unternehmen oder ein Unternehmen mit einem nachhaltigen Produkt erfolgreich wird und evtl. von einem Multi aufgekauft wird, hagelt es sofort einen Shitstorm in den sozialen Medien. Und genau hier liegt der Denkfehler der Nachhaltigkeits-Befürworter.
Wenn man für etwas kämpft bzw. kämpfen muss, wie z.B. für die Umwelt oder artgerechtere Tierhaltung, ist man meist in der Unterzahl. Man fühlt sich gut, denn man kämpft für eine Veränderung. Wenn diese Veränderung gerade stattfindet oder schon stattgefunden hat, ist das Thema nicht mehr so cool. Denn es ist nicht mehr „undergroundig“, sondern kommerziell geworden. Aber ist es nicht genau das, was wir wollen? Daß alle Bio essen, alle nachhaltige Kleidung tragen und Fahrrad fahren? Was also spricht dagegen, wenn eine ehemals kleine, kämpferische Marke groß und kommerziell wird? Dann hat diese das Ziel erreicht und darf auch Geld damit verdienen. Darum geht es doch. Wenn alle nachhaltiger leben sollen muss Nachhaltigkeit kommerziell werden.

Wenn ein Großkonzern eine nachhaltige Marke aufkauft, ich hatte es vorher schon erwähnt, gibt es immer Buh-Rufe. Denn der Konzern ist bisher meist nicht nachhaltig (genug) unterwegs. Durch den Zukauf eines nachhaltigen Unternehmens geht dieser aber in die richtige Richtung. Sofern er den Umsatz des neu gekauften Unternehmens steigert, trägt er zum Wachstum nachhaltiger Produkte bei. Auch wenn er dies mit seinen bisherigen Produkten nicht praktiziert. Umso mehr Wachstum, egal durch wen oder was, umso schneller erreichen wir die 100%.
Kleine Labels können vieles verändern, vieles besser machen, vieles vorleben, aber um in die Breite zu kommen darf auch jemand mithelfen, der bisher nicht so viel zur Nachhaltigkeit beigetragen hat. Denn irgendwann werden alle Unternehmen nachhaltig produzieren müssen, ob sie wollen oder nicht. Und das ist das Ziel! Auch wenn man dafür dann nicht mehr mit Transparenten auf die Straße muss.

 

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